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Andere Babys haben Mama gesagt, Detthold Adens erster Wort war wahrscheinlich „Logistik“, scherzen Freude. Er hat die Logistik im Blut. Und wie kein anderer kann er dafür begeistern, denn das Reden ist ihm außerdem in die Wiege gelegt. Zwei Talente, mit denen der gebürtige Wilhelmshavener die Logistik maßgeblich geprägt und vor allem auch das Image der noch jungen Logistikbranche nachhaltig positiv beeinflusst hat. Angefangen hat es mit einer alten Schubkarre, die 1951 für Klein-Detthold unter dem Weihnachtsbaum lag. Das Rad dafür war vom Schrottplatz geholt worden. „Es gab ja damals nichts,“ erzählt Elly Aden (87), Mutter des Vorstandsvorsitzenden der BLG Logistics Group, Detthold Aden (63). Für Aden bedeutet dieses Geschenk den Einstieg in die Speditionsbranche. Er karrt unablässig Sand, schüttet hier einen Berg auf und dort noch einen, versetzt beide, immer wieder, erinnert sich die Mutter. Vater Willi ist damals bereits im Speditionsgeschäft tätig, zuvor auch schon der Großvater mit einem Pferdefuhrwerk. „Der Job meines Vaters und diese Schubkarre haben mich dazu gebracht, dass ich Spediteur werden wollte,“ erzählt Aden. Ernst wird es am 1. April 1963. Mit 15 tritt er eine Lehre zum Speditionskaufmann bei Güter-Schnell-Verkehr Carl Graetz in Wilhelmshaven an. Stolz sagt er: „Schon zu Beginn der Ausbildung leitete ich ein kleines Auslieferungslager, weil ich bereits alles kannte.“ Wichtig für die Fortbildung ist auch die Anschaffung eines Lloyd LP 300, den er mit 18 Jahren für 90 Mark kauft. „Das Auto hatte handgenähte Leder-Liegesitze“, erinnert sich Aden. Dieses 10-PS-Mobil mit Sperrholzkarosse unter dem Kunststoffüberzug setzt der Lehrling nach Büroschluss für Stückgut-Transporte ein. Nach eineinhalb Jahre verkauft er das Gerät aus der Produktion des Bremer Borgward-Konzerns für 120 D-Mark wieder, und hat gut verdient. Nach seinem Wehrdienst bei einem Luftwaffen-Ausbildungsregiment im holländischen Budel, wird es ihm in Wilhelmshaven schnell zu eng. Er nimmt bei einer Stuttgarter Spedition den Job als Geschäftsleitungs-Assistent an, wechselt 1964 als kaufmännischer Leiter und Gesamtprokurist in ein anderes Speditionshaus. Erster großer Meilenstein seiner beruflichen Karriere ist für Aden die IT, damals absolutes Neuland, und genaugenommen heißt es auch noch Datenverarbeitung. In Stuttgart lernt er das Programmieren und stellt anschließend als eines der ersten IT-Projekte in Deutschland die Speditionsabfertigung seines damaligen Arbeitgebers auf EDV um. Die nächste Station: kaufmännische Leitung und Gesamtprokura bei einer internationalen Spedition in Frankfurt. Wirklich prägend ist die Tätigkeit als Gründungsgeschäftsführer bei UPS United Parcel Service Deutschland GmbH in Neuss. Dort übernimmt er 1974 mit gerade mal 28 Jahren, zusammen mit einem Amerikaner die Geschäftsführung und ist für den Aufbau von UPS in Deutschland verantwortlich. 1981 wird er Vice-Präsident und Generalbevollmächtigter Europa. Auf den riesigen Karrieresprung folgt prompt der nächste: Bertelsmann-Chef Reinhard Mohn holt Aden, und profitiert selbst erheblich von den Kenntnissen seines neuen Mitarbeiters im Paketversand. Aden wird Alleingeschäftsführer einer Bertelsmann-Tochter für die Verlagsauslieferung, die zuletzt als Bertelsmann Distribution GmbH firmierte. Heute läuft dieses Geschäft in der Bertelsmann-Dienstleistungssparte Arvato. Das Unternehmen wird 1987 mit dem Deutschen Logistikpreis ausgezeichnet. Bei Bertelsmann stellt Aden übrigens seinerzeit den heute amtierenden Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski als Führungsnachwuchskraft ein. Wer Aden zu seiner Laufbahn fragt, erkennt bald, dass Bertelsmann die wohl wichtigste Station seines Werdegangs ist. Der BLG-Manager ergänzt: „Bei Bertelsmann habe ich auch gelernt, welche gesellschaftliche Verantwortung Unternehmen haben, und dass sie etwas an die Gesellschaft zurückgeben müssen.“ Bei Bertelsmann kommt Aden zusammen mit einer Reihe von späteren Führungskräften in der deutschen Wirtschaft. Mit Klaus Eierhoff (ging zu Karstadt, dann zu Thiel Logistik) und Peter Kruse (später Kühne & Nagel und Post) hat er Bertelsmann Distribution entwickelt. „Wir waren das Dream Team.“ Nach sechs Jahren bei Bertelsmann wechselt Aden in die Union-Transport Gruppe, übernimmt dort die Geschäftsführung, initiiert die Gründung Frachtgruppe Unitrans und geht knapp zwei Jahre später zur Thyssen Haniel Logistik GmbH nach Düsseldorf. Er wird Vorsitzender der Zentralgeschäftsführung und fünf Jahre nach seinem Amtsantritt zusätzlich Vorstandsmitglied der Thyssen Handelsunion in Düsseldorf. Im Zuge der Fusion von Thyssen und Krupp bleibt Thyssen-Chef Dieter Vogel auf der Strecke und mit ihm seine Haustruppe. Detthold Aden: „Ich war Vogel-Mann.“ Das heißt, auch für ihn ist im fusionierten Konzern unter Gerhard Cromme kaum noch Platz. Auf seine Initiative kommt es zum Verkauf der THL an die Belgische Bahn. „Die Aufgabe ist für mich immer entscheidend gewesen“, sagt Aden. Eine – wie sich allerdings erst später herausstellten sollte - interessante Perspektive bietet ihm Bremen an, nämlich die Leitung der BLG Bremer Lagerhaus-Gesellschaft Aktiengesellschaft von 1877. Von dieser Offerte ist Aden zunächst wenig begeistert, sie hebt ihn noch nicht einmal sanft vom Hocker. Eine Herausforderung bietet der Job auf den ersten Blick jedenfalls nicht, zudem hat er mehrere andere Angebote. Doch die Bremer lassen nicht locker. Die Zusicherung eines maximalen Freiraums und die BLG zu einem internationalen Unternehmen umbauen zu können, gibt den Ausschlag, nach Bremen zu gehen. Das ist die Herausforderung, die Aden sucht. Er macht es sich zu Aufgabe, das Unternehmen „von der Beschränkung auf Bremer Kaimauern wegzuführen und es weltweit wettbewerbsfähig aufzustellen. Der BLG-Aufsichtsratsvorsitzende und Senator a.D. Josef Hattig formuliert die besondere Konstruktion der BLG mit „publicly owned – privately managed“ auf den Punkt. Er ist es auch, der das Alleinstellungsmerkmal der BLG als „seehafenorientierter Logistikdienstleister“ herausarbeitet. Genau das Richtige für Detthold Aden und im Sommer 1999 wird er Vorstandsvorsitzender der neuen BLG Logistics Group AG & Co. KG. Am engsten „an ihm dran“ ist von Anfang an sein erster Kommunikationschef Hajo Weil, Urgestein bremischer Hafenwirtschaft. Von der ersten Begegnung ist dem Ex-PR-Chef haften geblieben, dass er sofort Adens große Kommunikationsfähigkeit spürte. Und diese nutzt der Vorstandschef bei vielen Gelegenheiten. Beispielsweise regt er schnell im Vorstand an, einen Damenkreis – Partnerinnen der leitenden Mitarbeiter – zu gründen. Die Damen sollen von Weil betreut werden. Weil fügte sich – vielleicht auch nicht ganz unwillig. Ohnehin lässt der, inzwischen Ruheständler, nichts auf seinen früheren Chef kommen. „Detthold Aden ist ein sehr guter Motivator, er hat dem Team Selbstvertrauen gegeben, ihm Freiräume gelassen. Auf der anderen Seite erwartet er natürlich Ergebnisse, kann auch direkt werden, wenn es nicht so läuft, wie er es sich vorstellt.“ „Wer sich im Büro des BLG-Chefs umsieht, errät schnell, mit wem sich Aden nicht eben unbescheiden gerne misst,“ schreibt das Handelsblatt. In Adens Büro steht nämlich eine Büste Napoleons, und Aden trägt nicht nur die gleiche Konfektionsgröße, sondern liebt es auch mitzubestimmen, und Themen zu treiben. Unzählige Mandate in Verbänden, Ausschüssen der Wirtschaft und Aufsichtsräten zeugend davon. Aden steht für eine intelligente und moderne Logistik. Eine, die andere so schnell nicht nachmachen können. Eine, mit der maßgeblich zur Professionalisierung der Branche beigetragen hat. Das ist sein Ding. Für den Kaffeeröster Tchibo etwa, dessen komplette Versorgung aller Tchibo-Verkaufsstellen in Deutschland und Europa über das BLG-Zentrallager in Bremen läuft, und ab 2014 auch der Internetversand, was die Mengen locker verdoppelt. Doch das mit dem Logistikpreis ausgezeichnete Konzept ist mehr als ein Zentrallager, dahinter steckt eine ausgeklügelte High-Tech-Logistik: Mit festen Transportpartnern eine High-Tech-Logistik auf Straße, Schiene und Schiff zu bringen. Der Hang zu Napoleon lässt Unbescheidenheit vermuten. In Wahrheit ist Aden alles andere als unbescheiden, souverän oder authentisch trifft es besser, charmant und humorvoll ist er obendrein. Ein Gespräch mit ihm macht immer Spaß, man spürt seine Neugier und Begeisterung für Ideen und alles Neue. Mit hanseatisch zurückhaltend hat er wenig am Hut. Adens Witze sind gefürchtet, ebenso seine Statements bei Podiumsdiskussionen, wo er kein Blatt vor den Mund nimmt und gerne auch mal provoziert: „Die LKW-Maut müsste achtmal so hoch sein.“. Erfrischend offen ist eine seltene Eigenschaft in Vorstandsetagen, auf Aden trifft die Charakteristik. Da wundert es auch nicht, dass er nicht davor zurückschreckt, erstmals die Gehälter der BLG-Vorstandsmitglieder und die des Aufsichtsrats zu publizieren. Die Kombination aus Engagement, Charakter und Wirken hat ihm den Respekt der Branche eingetragen. Da wundert es nicht, dass die regelmäßige Branchenumfrage der VerkehrsRundschau vor jeder Bundestagswahl nach dem Wunschkandidaten für das Amt des Verkehrsministers, bisher nur einen Sieger hat: Detthold Aden. Aden war zweimal verheiratet, zehn Jahre mit seienr ersten Frau, mit der zweiten 20 Jahre und seit 2002 ist er mit der Italo-Brasilianerin Jussara Dotti zusammen. Offenherzig bekräftigt er: „Ich habe auch zu den Kindern meiner Frauen gute Kontakte.“ Das ist der Sohn seiner zweiten Ehefrau und von Jussara Dotti die Tochter sowie zwei Söhne. Eigene Kinder hat er nicht.
Fotos: BLG Logistics Group
- Detthold Aden zählt zu den herausragenden Managerpersönlichkeiten und Impulsgebern in der Logistik. Er hat die Logistik maßgeblich geprägt und gesteuert. Sein Ideenreichtum sowie seine Innovations- und Tatkraft sind legendär in der Branche, seine Meinung ist gefragt in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Detthold Aden kann für sich in Anspruch nehmen, mit neuen Geschäftsideen und innovativen Logistikkonzepten Impulse gesetzt und dadurch nachhaltig zur Professionalisierung der Logistik und zum Bedeutungszuwachs des Logistikstandortes Deutschland beigetragen zu haben. Für seine Verdienste um die Logistik wurde Detthold Aden 2011 in die Logistik Hall of Fame aufgenommen.
- Als Sohn eines Wilhelmshavener Fuhrunternehmers startete Detthold Aden nach dem Abschluss der Mittleren Reife seine berufliche Karriere als Speditionskaufmann. Daraus wurde eine der erfolgreichsten Logistikkarrieren in Deutschland. Aden gilt als scharfsinniger Stratege und brillanter Redner und wirkt wie kaum ein anderer Logistikmanager vor und hinter den Kulissen. Dabei steht Aden nicht nur für eine Erfindung oder Innovation. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten die Logistikbranche in vielen Bereichen nachhaltig beeinflusst und zahlreiche Innovationen sind auf seine Initiative hin entstanden und unter seiner Mitwirkung umgesetzt worden.
- Als Gründungsgeschäftsführer des privaten Paketdienstes UPS United Parcel Service in Deutschland hat er den Aufbau des Paketdienstsystems in Deutschland maßgeblich vorangetrieben. Unter seiner Initiative kam es zur Gründung der Franchisekooperation Unitrans und zum Zusammenschluss mit der Nedlloyd Gruppe. 1990 verantwortete er als Vorsitzender der Geschäftsführung der Thyssen Haniel Logistic GmbH die Fusion der Unternehmen Thyssen Trans mit denen der Haniel Spedition.
- Der Gewinn des Deutschen Logistikpreises der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) in seiner Zeit als Alleingeschäftsführer der Bertelsmann Distribution GmbH war ein Highlight seiner Arbeit. Aber auch andere Logistikpreise sind inhaltlich auf seine Ideen zurückzuführen. Darunter etwa die Tchibo-Zentrallagerstrategie.
- Aden steht für eine moderne und intelligente Logistik und auch in Zeiten der Energiewende zählt er durch seine Initiativen und Aktivitäten beim Aufbau von Off-Shore-Windparks wieder zu den Vorreitern bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder für Logistikdienstleister.
- Seit 1999 ist Detthold Aden Vorsitzender des Vorstandes der BLG Logistics Group. Er war und ist in unterschiedlichen Funktionen, etwa im Vorstand der Bundesvereinigung Logistik, als Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe e.V., Hamburg, Mitglied des Präsidiums beim Deutsches Verkehrsforum, Berlin, Ehrenmitglied der Bundesvereinigung Logistik in Bremen, Mitglied im Präsidium der Handelskammer Bremen, Honorarkonsul der Republik Finnland für das Land Bremen und die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Friesland, Oldenburg, Wesermarsch und Wittmund sowie die kreisfreien Städte Delmenhorst, Oldenburg und Wilhelmshaven im Land Niedersachsen.
Fotos: BLG Logistics Group
1948 geboren am 21. Februar in Wilhelmshaven
Nach der Mittleren Reife ab 1963 Ausbildung zum Speditionskaufmann und Praxisjahre in verschiedenen Unternehmen
1976 Gründungsgeschäftsführer des privaten Paketdienstes UPS United Parcel Service in Deutschland
1982 Alleingeschäftsführung der Bertelsmann-Tochter VVA, der späteren Bertelsmann Distribution GmbH (1987 Gewinn des Deutschen Logistik-Preis der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL)
1988 Vorsitzender der Geschäftsführung der Union-Transport-Gruppe
1990 Vorsitz der Geschäftsführung der Thyssen Haniel Logistic GmbH
1995 Mitglied des Vorstandes der Thyssen Handelsunion AG
Seit 1999 ist Detthold Aden Vorsitzender des Vorstandes der BLG LOGISTICS GROUP
2011 Aufnahme in die Logistik Hall of Fame
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Mitglied 2013 vorschlagen

Es ist wieder so weit: Die öffentliche Vorschlagphase für die diesjährige Wahl zum neuen Mitglied der Logistik Hall of Fame hat begonnen. In den kommenden drei Monaten können bis zum 07. Juni, 24:00 Uhr, Persönlichkeiten für die Aufnahme in die logistische Ruhmeshalle vorgeschlagen oder Bewerbungen eingereicht werden.
Vorschlag einreichen
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